Navigation | Seiteninhalt | Zusätzliche Informationen

Seiteninhalt

Sektorübergreifende Entlassungen: Best Practice Digitalisierung

Vortrag

Datum
9. April 2019

Zeit
11:50 - 12:10 Uhr

Ort
_Stage C, Halle 4.2

Sektorübergreifende Entlassungen sind, sowohl aus Compliance- als auch aus Prozessperspektive,  große Herausforderungen im intersektoralen und interprofessionellen Versorgungsprozess. Zumeist manuelle und veraltete Prozesse führen zu sehr hohen Koordinationsaufwänden in Akutkliniken und belasten durch repetitive und ineffiziente Arbeit sowohl Pflege- als auch Sozialdienststrukturen.

Digitalisierung ist das perfekte Werkzeug, um solche Koordinationsprozesse zu automatisieren. Die Sana Kliniken AG und die führende Entlassmanagement-Plattform Recare aus Berlin stellen in einem gemeinsamen Vortrag vor, wie das in der Praxis skalierbar und für große Einzugsgebiete erfolgen kann. Pflegerisches Entlassmanagement im intersektoralen Kontext wird mit ganz verschiedenen Herausforderungen konfrontiert. In der pflegerischen Nachversorgung gibt es eine große Menge an fragmentierten Anbietern mit intransparenten Kapazitäten – das macht es zeitaufwendig, den passenden Nachversorger zur richtigen Zeit zu finden. In der Anschlussrehabilitation ist das Krankenhaus mit verschiedenen Prozessen der einzelnen Kostenträger konfrontiert. Die einzelnen Sektoren erfordern also sehr viel individuelle Anpassungen und die Versorgungspartner auf der anderen Seite verfügen in der Regel auch über ebenso individuelle IT Systeme, sodass eine digitale Kommunikation nicht trivial umzusetzen ist. Wie kann man also eine skalierbare, bundesweite, digitale Lösung entwickeln und passend für den Klinikalltag implementieren?

Michael Rosenstock, Leiter von Sana Digital, illustriert die Herausforderungen und Bedeutung von guter intersektoraler Kommunikation im Entlassmanagement in einem großen Klinikverbund. Gemeinsam mit Recare wurde ein Konzept erarbeitet, um einen nahtlosen Patientenübergang in die post-akute Versorgung mit den Sektoren Pflege und Rehabilitation mit minimalem Aufwand zu ermöglichen.

Das Projekt begann als Pilotprojekt an einem Standort, hinterlegt mit einer strukturierten Projektevaluation. Basierend auf einer positiven Evaluation wurde ein Rollout an zahlreichen Sana Standorten angestoßen und die Zusammenarbeit auch auf die Weiterentwicklung des Produkts an die Bedürfnisse der Sana Kliniken erweitert. Recare ist eine Onlineplattform für die Koordination digitaler Patientenüberleitungen. Anwender im Krankenhaus können von jedem Gerät aus datenschutzkonform Überleitungsprofile erstellen und die Plattform die passenden Versorgungsplätze sichern lassen – ohne weiteren manuellen Aufwand. Im Kern der Vermittlung steht ein selbstlernender Algorithmus, welcher die Versorgungswahrscheinlichkeit  von verschiedenen Anbietern statistisch schätzt und zur Priorisierung der Relevanz heranzieht. Passende Nachsorger können die automatisch verteilten Anfragen dann digital annehmen oder ablehnen oder sicher und verschlüsselt mit dem Krankenhaus offene Fragen klären. Das Ergebnis für das Krankenhaus ist eine Auswahl aller passenden Nachsorger, die unter den entsprechenden Entlassbedingungen die Weiterversorgung übernehmen können. In diesem Kontext wird auch ein sicherer, verschlüsselter Datenaustausch zur Koordination der weiteren Schritte ermöglicht.

Wir werden gemeinsam illustrieren, dass es auch im Gesundheitswesen mit hohen Datenschutzanforderungen möglich ist, skalierbare Onlineplattformen in Kliniken mit verschiedenen Voraussetzungen auszurollen. Die Resultate werden am Beispiel des Rollouts einiger Häuser der Sana Kliniken AG illustriert. Zum Ende werden wir die Chancen und Herausforderungen von digitalen Plattformen zur Organisation von intersektoraler Zusammenarbeit kritisch reflektieren und diskutieren, wie groß die reale Entlastung von Pflege wirklich ist.

Akteure

Referent:
Bild

Maximilian Greschke, Geschäftsführer, Recare GmbH

Bild

Michael Rosenstock, Leiter Sana Digital, Sana Kliniken AG