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Vernetzte Aufnahmen und Aufklärung - von Papier zu digital

Vortrag

Datum
10. April 2019

Zeit
09:50 - 10:10 Uhr

Ort
_Stage A, Halle 1.2

Viele Prozesse in deutschen Kliniken sind noch papierbasiert,u.a. Aufnahme und Aufklärung. Mobile Anwendungen bieten ideale Voraussetzungen, Prozesse zu modernisieren und erfasste Daten direkt im Prozess zu nutzen. Verträge und Aufklärung stehen digital in der Patientenakte bereit, verzögerte OPs und entgangene Umsätze durch nicht auffindbare Papierdokumente werden vermieden. Qualitätssichernde Maßnahmen wie ampelbasierte Statuskontrollen der KIS-Vorgänge sichern einen gemeinsamen Blick der am Behandlungsprozess Beteiligten auf die aktuelle Lage. Viele Kliniken,u.a. UKE Hamburg, UK Würzburg, Charité und UK Jena nutzen die mobile Software E-ConsentPro, um diese Vorteile zu realisieren. Es wird eine Plattform geschaffen, die medizinische und administrative Dokumente zusammen mit patientenführenden Systemen digitalisiert. 2011 starten erste Kliniken Projekte, um papierbasierte Aufklärung zu digitalisieren. Die nächsten 7 Jahren arbeiten sie mit Thieme Compliance daran, die Projekte auszubauen. Mit Veröffentlichung des iPad 2 2011 wird die mobile Aufklärung mit UKE und UK Würzburg entwickelt. Neben Prozessoptimierung geht es um Identifikation und Realisierung weiterer Vorteile wie Statustracking der Dokumentenbearbeitung, Weitergabe der Anamnesedaten an andere Systeme, aufklärungsunabhängige Anamnese, administrative Dokumente wie Wahlleistungsverträge und die Aufklärung zuhause. Heute klären diese Kliniken ca. 150 Patienten am Tag mobil auf. E-ConsentPro stellt die zentrale Plattform für die dargestellten Prozesse, unter Einsatz der Interoperabilitätsstandards HL7 und FHIR. Je nach Erstkontakt des Patienten mit der Klinik sieht der Prozess für elektive Patienten so aus:

1. Der Patient greift zuhause übers Klinikportal auf Services zu, beantwortet die Anamnese oder bereits auch Behandlungsvertrag und Einwilligungen. Über sichere Portalkommunikation speisen sich die Angaben in den Prozess.

2. In der administrativen Aufnahme wird der Patient erfasst. Das administrative System spielt relevante Dokumente aufs Tablet, wo sie appbasiert mit fortgeschrittener elektronischer Signatur unterzeichnet werden. Diese stehen direkt im Archiv bereit.

3. Dem Patienten werden die Aufklärungsbögen zugewiesen und ggf. mit schon ausgefüllten ergänzt. Er beantwortet mobil die Anamnesefragen, die strukturiert mit der Information, dass sie beantwortet sind, ans KIS zurückübermittelt werden.

4. Der Arzt sieht mobil das Risikoprofil, auf Basis dessen er mit der Thieme Wissensdatenbank auffällige Antworten mit aktuellem wissenschaftlichen Stand gegenprüft und die Aufklärung anpasst. Nach biometrischer Unterschrift von Arzt und Patient werden Status und fertiges PDF-A an KIS und OP-Management übergeben.   

 

Durchgängige Anamnesedaten vermeiden Doppelbefragungen und geben Patienten das Gefühl, dass Pflege und Ärzte mit dem Fall vertraut sind. Hindernisse sind oft fehlendes/gestörtes WLAN, Schaffung von semantischer Interoperabilität und Entwicklungsaufwand auf verschiedenen Seiten. Auch die eindeutige Identifikation bei der Aufklärung zuhause stellt eine Herausforderung dar, die perspektivisch noch zu lösen ist. Häufiges Thema ist der Erfahrungstransfer zwischen Klinikabteilungen, oft verschiedenen Aufklärungs- und Aufnahmeprozessen geschuldet. Perspektivisch soll der Dokumentenfokus modularem Content weichen, damit individuelle Information möglich ist. Wunsch aller Kliniken ist, Zugriffe für Patienten so breit wie möglich zu gestalten.


Akteure

Referent:
Bild

Alexander Wahl, Partnermanager, Thieme Compliance GmbH