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Skalierbarer IT-Service für das KfH: Anschluss von 220 Dialysezentren und Praxen an die Telematikinfrastruktur

Vortrag

Datum
10. April 2019

Zeit
09:50 - 10:10 Uhr

Ort
_Stage B, Halle 2.2

Das KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. (KfH) suchte eine leistungsfähige Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI). Entsprechend der Strategie, den KfH-Zentren die gesamte IT „as a Service“ anzubieten, wurde in Kooperation mit akquinet, Concat und gmc eine neue Lösung entwickelt, geprüft und eingeführt. Dabei sind die KfH-Dialysezentren und Praxen über eine zentrale Konnektorfarm in einem sicheren, deutschen Rechenzentrum an die TI angeschlossen.

Das KfH ist durch das E-Health-Gesetz umfassend betroffen, da es 220 Einrichtungen mit Dialysezentren und kooperierenden Praxen betreibt. Die TI-Variante mit einem Konnektor und zwei Kartenlesegeräten, wie es der Gesetzgeber für eine einfache Praxis vorsieht, ist beim KfH nicht tragfähig: Ein KfH-Zentrum hat 1 oder mehrere BSNRs und viele Ärzte. Insgesamt arbeiten im KfH 1.200 Ärzte. Wer soll welche Technik anschaffen? Wer pflegt die Stammdaten? Wie wird die Lieferkette der TI-Komponenten gemäß Gesetzesvorgaben gesichert? Wer kümmert sich um die Schnittstellen? Was ist, wenn Ärzte wechseln? Wie ist die Sicherheit der Patientendaten gewährleistet?

Das KfH suchte nach einer modernen, administrierbaren und sicheren Lösung, die der Komplexität der Anforderungen gerecht wird. Gemäß seiner IT-Strategie verfolgt das KfH den Ansatz, die IT-Unterstützung über skalierbare IT-Services zu managen. Statt lokaler Server und Systeme beziehen die Zentren und Praxen die IT als Service: zentral gesteuert, gemonitort und weiterentwickelt durch das KfH und seinen internen IT-Dienstleister, die knowledgepark GmbH. Hierfür kooperiert das KfH seit 2013 mit der akquinet AG und lagert seine Daten in dessen hochverfügbaren Twin Datacenter mit höchster Sicherheitsstufe. Auch die TI-Anbindung bildet diese Strategie ab. Der neue IT-Service wurde gemeinsam mit dem KfH, akquinet, gmc Systems (KfH-Partner für die Unterstützung zur Kommunikation mit der KBV) und die Concat AG (Lieferant von gematik-zugelassener Hardware: Konnektoren, Kartenlesegeräte und VPN-Zugangsdienst) entwickelt. Die technische Basis des Umsetzungskonzepts sind eine zentral gemanagte Konnektorfarm in einem deutschen Rechenzentrum und ein sicherer Datentransfer. Die Konnektorfarm ist so ausgelegt, dass alle KfH-Kartenlesegeräte angeschlossen werden und eine gute Performance gewährleistet ist. Es wurde ein logisches Modell entwickelt, um die 220 Einrichtungen mit den BSNRs anzuschließen und Zugriffsrechte für die Ärzte sinnvoll zu vergeben. Die Beantragung der SMCBs bei der Bundesdruckerei wurde zentral organisiert. Für die Verwaltung der Konnektoren, Kartenlesegeräte, SMCBs und Zugriffsrechte wurde ein Steuerungs- und Monitoringtool entwickelt.

Das KfH ließ in einem Pilotprojekt 22 Zentren anschließen und wies dabei in einem Referenzzentrum nach, dass die Zeiten für Datenzugriff und -abgleich geringer sind als bei einer Stand-Alone-Lösung. Anschließend wurde der Rollout der zentralen TI-Anbindung aller KfH-Zentren und Praxen erfolgreich durchgeführt. In der Lösung enthalten sind auch Zwischenpuffer für die Daten im Falle eines Offline-Betriebs.

Die Komplexität des Projekts war höher als zunächst gedacht. Z.B. ist allein die Organisation und Beschaffung der SMCBs und der Kartenlesegeräte aufgrund des dokumentationspflichtigen Transports eine große Herausforderung. Der Ansatz, die TI-Anbindung für das KfH als zentralen, skalierbaren IT-Service aufzubauen, hat sich aus Sicht des KfH bewährt. Die Verfügbarkeit der Lösung in den KfH-Zentren inkl. der tatsächlichen werden ständig erfasst und überwacht. 

Akteure

Referent:
Bild

Martin Overath, IT-Architekt, Knowledgepark GmbH