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Digitalisierungsgrad im Krankenhaus – Wie sieht es aus Sicht der digitalen Langzeitarchivierung wirklich aus?

Vortrag

Datum
9. April 2019

Zeit
10:30 - 10:50 Uhr

Ort
_Stage B, Halle 2.2

Die Softwarehersteller stellen heute schon essentielle Anwendungen zur Verfügung, um die Patientenbehandlung digital zu dokumentieren. Nur sind die Krankenhäuser wirklich schon so weit? Wie sieht der Digitalisierungsgrad in der medizinischen Dokumentation tatsächlich aus? Welche Möglichkeiten haben die Krankenhäuser, dem Thema „digitaler intersektoraler Austausch“ zu begegnen?

Betrachtet man den Digitalisierungsgrad aus Sicht der digitalen revisionssicheren Langzeitarchivierung (LZA) wird die tatsächliche Transparenz über die Dokumentenlandschaft sichtbar. Über anerkannte standardisierte Nomenklaturen, wie z. B. Konsolidierte Dokumentenliste (KDL) und IHE-D Value Sets, aber auch die Auswertung von Dokumententypmerkmalen ist ein Benchmarking zwischen Krankenhäusern für die Inhalte einer Patientenakte möglich. Spannend sind u. a. folgende Fragestellungen:

  • Wo entsteht das Dokument?
  • Wie wurde die medizinische Dokumentation erzeugt?
  • Gibt es Unterschiede in den Versorgungsstufen?

Im Rahmen der digitalen LZA für mehr als 200 Krankenhäuser wird sowohl originär elektronisch erzeugte Dokumentation, als auch handschriftlich geführte Dokumentation in das digitale LZA überführt und gemäß den gesetzlichen Vorgaben aufbewahrt. Jeder Dokumententyp des Krankenhauses wird als Basis für qualifizierende Folgeprozesse in einer Datenbank mit verschiedenen Merkmalen gespeichert. Auf die rund 200 Krankenhäuser entfallen rund 50.000 individuelle Dokumententypen.

Im weiteren Prozess der digitalen LZA ist auf Basis dieser Datenbank ein Monitoring des Digitalisierungsgrades anhand der archivierten medizinischen Dokumentation möglich. Besonders interessant ist die Betrachtung der originär elektronisch entstandenen medizinischen Dokumentation, die vom Krankenhaus für die physische Patientenakte gedruckt und für das digitale LZA wieder digitalisiert wird. Allein zum Zeitpunkt der Beitragseinreichung sind im Zeitraum Januar – Oktober 2018 für rund 140 Mill. Belege die Dokumententypen automatisiert bestimmt wurden und stellen damit eine sehr repräsentative Stichprobe für die Betrachtung des tatsächlichen Digitalisierungsgrades im Krankenhaus dar.

Voraussetzung zum digitalen intersektoralen Austausch Um medizinische Dokumentation bzw. einzelne Dokumententypen überhaupt digital zwischen Krankenhäusern oder sogar verschiedenen Sektoren auszutauschen, muss die medizinische Dokumentation zu 100 % verfügbar gemacht werden. Dabei sind Hürden – wie Medienbrüche oder auch individuelle Dokumententypbezeichnungen – zu nehmen. Ein erster Schritt ist dabei die Klassifizierung der 50.000 individuellen Dokumententypen mittels – in der Branche – anerkannter Standards. Die KDL hat zum Ziel, über eine Namensnormierung von Papier-Dokumenten und originär elektronischen Dokumenten den intersektoralen Austausch zu unterstützen. Sie dient dabei als technologisches Werkzeug, um die Qualifizierung für weitere Anforderungen – z. B. IHE-D Value Sets – und dem digitalen Austausch – z. B. Nomenklatur MDK Sachsen – zu gewährleisten.

Die bekannten Themen – wie KDL oder IHE-D Value Sets, aber auch FHIR – werden nachweislich erfolgreich im Rahmen der digitalen revisionssicheren Langzeitarchivierung eingesetzt. Sie sind essentielle Grundlage, um dem Krankenhaus einen Einblick in den tatsächlichen Digitalisierungsgrad zu geben und den Prozess der Digitalisierung zu unterstützen.

Die festgestellten Themen, wie zum Beispiel Umgang mit handschriftlichen Notizen, Bereitstellung elektronischer Dokumentation aus den Krankenhausinformationssystemen, fehlende Resteklassen in den IHE-D Value Sets oder die Berücksichtigung der Wünsche der Anwender- und der IT- Mitarbeiter sind zu berücksichtigen und sollen diskutiert werden.

Akteure

Referentin:
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Annett Müller, Leitung Fachdienste Medizinische Dokumentation, DMI GmbH & Co. KG, Vorsitzende DVMD e.V.