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Der neue Modus Operandi der gematik für eMP, E-Rezept, ePA & EU

Vortrag

Datum
21. April 2020

Zeit
10:30 - 10:50 Uhr

Ort
_Stage A, Halle 6.2

Die digitalen Anwendungen im deutschen Gesundheitswesen kommen. Sie werden die digitale Aufholjagd auch im internationalen Vergleich beflügeln. Die gematik definiert sich mit nutzer-überzeugenden Konzepten als Motor und Forum dieser Entwicklung.

Deutschland muss die Flughöhe sinnvoller Digitalisierung erreichen, um die nationale Entwicklung voranzubringen, aber auch international überzeugen zu können. Das Gesundheitswesen nimmt hier eine Vorreiterrolle ein, anhand derer die Bevölkerung Digitalisierung in einem zentralen gesellschaftlichen Versorgungsbereich erstmals in Gänze erleben wird. Bis 2021 sind die Schwerpunkte auf dem Weg dorthin die elektronische Patientenakte (ePA), das E-Rezept und der elektronische Medikationsplan (eMP). Doch schon während dieser Umsetzungsschritte und sicherlich nach 2021 werden wir konzeptionell Behandlern und Bevölkerung weit mehr unmittelbare Erkenntnisse zu Prävention und Erkrankungen zugänglich machen. Die Digitalisierung konfrontiert uns mit einem technischen Fortschritt, der in exponentieller Geschwindigkeit medizinischen und wissenschaftlichen Fortschritt mit sich bringt.

Die gematik hat dabei als „Game-Changer“ eine zentrale Rolle und ändert ihren modus operandi: weg von einer passiven Dienstbarkeit, hin zu einem aktiven Konzepthaus für Deutschlands digitales Dach der Gesundheit. Sie versteht sich als Kompetenzzentrum des digitalen Gesundheitswesens auf nationaler und europäischer Ebene. Das ist ein fundamentaler Wandel, der uns in weit mehr Außenkontakte bringen wird, um sowohl bei Standards als auch bei Kundenbedürfnissen vorausblickend genug zu sein. Nutzerüberzeugende Lösungen stehen klar im Mittelpunkt.

Für die Übermittlung des E-Rezepts soll zukünftig die sichere Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen verwendet werden können. Die technischen Festlegungen der gematik liegen bis zum 30.06.2020 vor. Dabei beschreiten wir schon jetzt neue Wege: So gibt es kein Lastenheft mehr, Konzeptentwürfe werden frühzeitig mit viel mehr Partnern im Vorfeld geteilt. Das E-Rezept, an das der eMP angehängt wird, ist unser erstes „Signature-Dish“ im neuen Modus und damit eher ein digitales Rezept.

Am 01.01.2021 kommt die ePA in der ersten Version auf den Markt. Sie ist der erste Schritt auf dem Weg zu einer verbesserten Effizienz in der Patientenversorgung. Ohne sie werden viele weitere E-Health-Projekte, über die Start-ups und andere Partner im Gesundheitswesen aktuell nachdenken, nicht realisierbar werden.
Durch die ePA wird jeder Bürger in Deutschland erleben und erkennen können, dass sie – als digitale Anwendung im Gesundheitswesen – einen unmittelbaren Nutzen für ihn und seine medizinische Behandlung hat. In der weiteren Entwicklung der ePA sind gemeinsame internationale Standards von entscheidender Bedeutung.

Dabei braucht Interoperabilität im Gesundheitswesen eine Verbindlichkeit, zu der sich alle Beteiligten bekennen müssen. Die Aufgabe, das Zusammenspiel zu regeln, würde die gematik gern übernehmen. Ihren neuen Konzeptentwurf zur „Interoperabilität 2.0“ hat die gematik im Oktober 2019 der Fachöffentlichkeit vorgestellt – verbunden mit der Einladung an die Stakeholder, den Wandel des Interoperabilitätsverzeichnisses mitzugestalten.

Im EU-Umfeld ist die gematik bereits seit langem an den Aktivitäten beteiligt, um grenzüberschreitende E-Health-Prozesse zu etablieren. In diesem Sinne wird sie im Kontext der EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Hälfte 2020 in Bezug auf die E-Health-Strategie eine koordinierende Rolle spielen.

Akteure

Speaker:
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Dr. Markus Leyck Dieken , Geschäftsführer, gematik GmbH