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TK-Safe – die elektronische Gesundheitsakte der TK: vom sicheren Datenhafen für den Versicherten zu seinem digitalen Daten-Hub

Vortrag

Datum
23. April 2020

Zeit
12:30 - 12:45 Uhr

Ort
_Stage B, Halle 3.2

Die Techniker Krankenkasse (TK) war "first mover" bei der Entwicklung einer elektronischen Gesundheitsakte (eGA). "TK-Safe" ging 2018 in einer Beta-Version an den Start und im Frühjahr 2019 breit in den Markt - einfach und sicher über eine App nutzbar. Ziel ist es, die Souveränität des Patienten zu stärken, indem ihm seine Gesundheitsdaten verschlüsselt, gebündelt und transparent zur Verfügung gestellt werden. TK-Safe ist die ideale Absprungplattform für die gesetzliche Pflicht, dass ab 2021 alle Kassen ihren Kunden eine elektronische Patientenakte (ePA) anbieten müssen.


Eine sichere digitale Lösung zur Speicherung der Gesundheitsdaten für den einzelnen Versicherten war überfällig. Noch heute liegen Daten verstreut und für den Betroffenen intransparent - zum Schaden der Versorgungsqualität. Daher hat die TK früh die Entwicklung einer eGA vorangetrieben und damit eine Standardlösung geschaffen, die über die neu einzuführende ePA hinaus tragfähig ist. Die gesetzlichen Regelungen zur ePA pushen den Gedanken zusätzlich.


Von Beginn an war für die TK klar, die eGA gemeinsam mit einem starken Industriepartner zu entwickeln, und wir sind nach einer europaweiten Ausschreibung die Entwicklungspartnerschaft mit IBM Deutschland eingegangen. Wichtig ist es, nicht nur eng zu kooperieren in gemischten Teams und engmaschigen Steeringboards, sondern auch, die eGA aus der Nutzerperspektive zu entwickeln. Dazu gehören u.a. Tests mit Nutzern zur Usability, so dass die eGA im Entwicklungsprozess iterativ an die Kundenbedürfnisse angepasst werden kann. Mit Blick auf 2021 gilt es, die Anforderungen der ePA in die Kundenperspektive zu übersetzen.


Maßgabe ist die Kundenperspektive und der konkrete Nutzen für den Versicherten. Für die Datenspeicherung werden FHIR-Strukturen genutzt. Die Daten sind nur für den (freiwillig nutzenden) Versicherten zugänglich. Er allein entscheidet, wer seine Daten sehen kann. Die Daten liegen auf einem Server in Deutschland.

Der nächste Schritt ist die Integration der eGA in die ePA mit dem Ziel, dass der User keinen Bruch in der Anwendung spürt. Zudem werden neue Funktionalitäten integriert. Maßstab bleibt die konsequente Orientierung an der Kundenperspektive.


Die Vernetzung einer eGA / ePA mit Leistungserbringern kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Der Nutzen für den Versicherten steigt unmittelbar mit dem Grad der Vernetzheit seiner Akte: Nur wenn er einen Nutzen spürt, wird er sie auch nutzen. Und nur dann kann die Akte ihren relevanten Beitrag zu einer besseren Versorgung leisten.

Wichtig ist, dass alle Beteiligten rasch zu einer "ePA-readiness" kommen. Dies betrifft nicht nur Konnektoren. Ebenso wichtig ist die kontinuierliche Weiterentwicklung des Mindsets aller.


Ab dem 1.1.2021 sind alle Krankenkassen verpflichtet, ihren Versicherten eine ePA anzubieten. Die TK hat sich hier mit der frühzeitigen Entwicklung von "TK-Safe" einen Wettbewerbsvorteil geschaffen, der es ihr ermöglicht, nicht nur zeitgerecht, sondern auch mit einem umfangreichen Angebot am Markt zu sein.

Der Zeitpunkt der DMEA im April 2020 markiert die "heiße Phase" des ePA-Moduls; alle Anbieter müssen im Mai die Zertifizierung begonnen haben. Die TK als "first mover" kann hier wertvolle Erfahrungen für die Zuhörer liefern. Wichtig ist, dass auch mit Wegfall der bisherigen eGA-Rechtsgrundlage ein kassenindividueller Teil möglich bleibt. Dies entspricht dem TK- Wettbewerbsverständnis: "Wettbewerb nicht um die Plattform, sondern auf der Plattform". Dies bietet auch Chancen, Drittanbieter einzubeziehen z.B. zum Thema Fernbehandlung.

Schon für das erste Quartal 2020 - also zum Zeitpunkt der DMEA - plant die TK den "technischen Durchstich", also die Interoperabilität beider Systeme (eGA / ePA).

Sichere Speicherung, intuitive Bedienung, einfaches Teilen von Informationen und komfortable Services. Das sind die Erfolgsfaktoren einer elektronischen Gesundheitsakte. Die standardisierten Schnittstellen, die mit der Einführung der elektronischen Patientenakte realisiert werden, sind der Beschleuniger für die digitale Vernetzung und führen zu neuen, sinnvollen und weitreichenden Einsatzmöglichkeiten.


Akteure

Speaker:
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Klaus Rupp, Leiter Versorgungsmanagement, Techniker Krankenkasse