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Das Digitale Gesundheitsnetzwerk – Umsetzung der ePA durch eine gesetzliche Krankenversicherung

Vortrag

Datum
23. April 2020

Zeit
10:55 - 11:10 Uhr

Ort
_Stage A, Halle 6.2

Die AOK arbeitet bei der Umsetzung der elektronischen Patientenakte schon jetzt daran, deren streng zentralisierte, dokumentenbasierte Logik um innovative und flexible Vernetzungskomponenten zu erweitern. Damit sollen Mehrwerte für Versicherte und Leistungserbringer geschaffen und zukünftige Lösungsansätze im Rahmen der ePA-Weiterentwicklung demonstriert werden.


Die pünktliche Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) zum 1. Januar 2021 stellt Leistungserbringer, Krankenkassen und die Industrie vor eine große Herausforderung. Die AOK entwickelt die ePA innerhalb ihres Digitalen Gesundheitsnetzwerks und erweitert sie um zusätzlich Mehrwertanwendungen für ihre Versicherten und angeschlossene Leistungserbringer.


Aus AOK-Sicht ist die aktuell noch sehr statisch und dokumentenzentriert angelegte ePA nicht geeignet einen echten Innovationswettbewerb auszulösen und den Versicherten und Patienten echte Mehrwertanwendungen zu bieten. Der Ansatz des Digitalen Gesundheitsnetzwerks ist es, die streng dokumentenbasierte Logik der elektronischen Patientenakte perspektivisch durch einen datenbasierten Austausch zu ersetzen. Zum Start fehlen der elektronischen Patientenakte in ihrer Reinform, ohne die Integration zusätzlicher Mehrwerte, wichtige Features wie beispielsweise die Darstellung von Beziehungen zwischen einzelnen Dokumenten, eine Fallakten-Integration, die serverseitige Durchsuchbarkeit und vieles mehr. Diese stehen auch Ansätzen entgegen, diese Daten in anonymisierter oder pseudonymisierter Form für Forschungszwecke zu verwenden oder KI-Routinen einzusetzen. Das Digitale Gesundheitsnetzwerk möchte diese Dokumenten-Zentriertheit überwinden und den strukturierten Behandlungsprozess und die dafür notwendigen Informationen in den Mittelpunkt stellen.


Darum erweitern wir den ePA-Kern um Vernetzungskomponenten auf Basis internationaler Standards wie IHE und HL7 FHIR. Bereits existierende oder neu entstehende Vernetzungsprojekte können sich relativ einfach anbinden. Auch die Anbindung mobiler Anwendungen ist mithilfe von FHIR mit geringem Aufwand umzusetzen.


Diese offenen und interoperablen Lösungen sollten mittel- bis langfristig auch im Rahmen des Ausbaus der Telematikinfrastruktur (TI) und der Weiterentwicklung der ePA Berücksichtigung finden. Darum bringt die AOK-Gemeinschaft sich intensiv in die Diskussion zur zukünftigen Ausrichtung der TI ein.


Die ePA kann vor allem dann einen Mehrwert für Leistungserbringer und Patienten stiften, wenn es gelingt sie in einen strukturierten, digitalen Behandlungsprozess abzubilden. Die dafür notwendige enge partnerschaftliche Zusammenarbeit hat die AOK in mehreren regionalen Vernetzungsprojekten bereits erfolgreich etabliert. Hier arbeiten Leistungserbringer, Krankenkasse und die Hersteller eng abgestimmt an innovativen Lösungen. Die dort gewonnenen Erfahrungen wollen wir hier teilen, um die die Lösung dann in größerem Kontext zu skalieren. Die für diese Entwicklungen notwendige Flexibilität und Innovationsfähigkeit sollte auch in Zukunft erhalten bleiben und weiter gefördert werden.

 

Akteure

Speaker:
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Michael Noll, Programmleiter Digitalisierung (Baden-Württemberg) und Projektleiter Digitales Gesundheitsnetzwerk, AOK Baden-Württemberg, AOK Baden-Württemberg