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Die Einführung des digitalen Rezeptes macht das Verordnungsverfahren effektiver und effizienter

Vortrag

Datum
22. April 2020

Zeit
17:15 - 17:35 Uhr

Ort
_Stage B, Halle 3.2

Das digitale Rezept ist ein vollelektronischer eRezept-Prozess, der den Patienten in den Mittelpunkt stellt. Sicher, effizient, zielgerichtet und mit völliger Transparenz versehen sorgt er dafür, die Patientenversorgung in Deutschland zu beschleunigen und zu verbessern.


Die Firma Optica koordiniert das eRezept-Projekt der KV Hessen mit der AOK Hessen und der DAK Gesundheit. Technikpartner sind zum einen der IT-Dienstleister gevko zum anderen der FHIR- und Blockchain-Spezialist Nortal. Außerdem sind die beiden Praxis-IT-Hersteller Medical Office und Tomedo dabei.


Die jetzige Rezeptverschreibung ist ein bürokratischer papiergebundener Prozess, der bei allen beteiligten Leistungserbringern erhebliche Kosten verursacht. Diesen Prozess komplett digital abzubilden, gepaart mit der Idee einer Europäischen Interoperabilität, war der Antrieb, das ambitionierte Projekt zu starten.


Die Entwicklung erfolgt nach agilen Entwicklungsmethoden nach Kanban. Es kommen ausschließlich bewährte Technologien zum Einsatz, wie FHIR V4, tHENA, Java, Electron und Angular. Hierbei wird eine Micro Service Architektur eingesetzt, die bei entsprechender Last in die Breite und Tiefe jederzeit vollautomatisch skaliert.


Für die Teilnahme am Modellprojekt elektronische Rezeptübermittlung ist eine aktive Online-Registrierung für die Videosprechstunde und das eRezept durch den Patienten Voraussetzung. Resultiert eine Videosprechstunde in einem Rezept, stellt der Arzt in der Medical-Office-Software sein Rezept aus und versieht dies zusätzlich mit einer digitalen Signatur. Der signierte Datensatz wird über einen digitalen Transportweg, im ersten Schritt KV-Connect, und eine REST-Schnittstelle an den IHE-konformen Gesundheitsgateway tHENA der gevko übermittelt. Vom Kommunikationsserver geht es dann weiter an einen elektronischen Verordnungsspeicher, wobei als Sicherheitsmerkmal ein Hash-Code erzeugt wird. Der eingehende Rezeptdatensatz wird außerdem in drei Teile zerlegt: Patienteninformationen, Verordnerinformationen und eigentliche Verschreibung. Die drei Informationsblöcke können nur mithilfe des Hash-Codes zusammengefügt werden, für dessen Übermittlung als weiteres Sicherheitsfeature die Blockchain-Technologie genutzt wird. Somit wird sichergestellt, dass der Datensatz unverändert bleibt.
Die hessische Plattform wird von ihrer Konzeption her mit der Telematikinfrastruktur kompatibel gemacht. Nicht nur die Anbindung der Ärzte über KOM-LE/KV-Connect-/KV-SafeNet, sondern auch die Anbindung der Apotheken wird TI-kompatibel erfolgen, sobald die Apotheken mit TI-Konnektoren ausgestattet sind. Ziel ist es, die von der gematik vorgegebenen Spezifikationen einzuhalten und das Gesamtsystem ab Mitte 2020 bei der gematik zu zertifizieren.


Der eRezept-Prozess ist sicher und mit vielen vorhandenen Technologien bereits heute abbildbar, die Nutzung strukturierter Daten ist dabei ein Muss. Der dezentrale FHIR Server bietet, analog der ePA, eine patientenorientierte Infrastruktur. Die FHIR Ressourcen sind der Schlüssel zur Interoperabilität und stellen die Zukunftssicherheit des Systems unter Nutzung bewährter Standards sicher.


Der weitere Projektverlauf wird beeinflusst von den zukünftigen Möglichkeiten in Deutschland, derzeit steht die Festschreibung der Spezifikationen durch die gematik noch aus. Wird es eine zentrale Steuerungsplattform geben und was soll sie bieten? Wo liegen die Vor und Nachteile eines zentralen Betriebes?

 

Akteure

Speaker:
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Marcus May, Leiter Branchensoftware, Optica Abrechnungszentrum Dr. Güldener GmbH