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Healthcare als Ökosystem: Warum Geschäftsmodelle im Gesundheitssystem nur ganzheitlich erfolgreich sind.

Vortrag

Datum
22. April 2020

Zeit
10:30 - 12:00 Uhr

Ort
_Stage B, Halle 3.2

Das neue DVG-Gesetz ist ein geeignetes Beispiel dafür, dass das Ökosysteme im Health-Bereich eng verknüpft sein muss, um das Potenzial der neuen Verordnung voll auszuschöpfen. Start-ups wie die Meditations-App 7minds benötigen möglicherweise die Hilfe eines Pharmaunternehmens, um robuste klinische Studien aufzubauen. Ärzte wiederum müssen überhaupt erst einmal von der App wissen, sie einschätzen können und überzeugt sein, dass sie einen Mehrwert bietet, um sie zu verschreiben.


Die Zusammenführung von Interessengruppen im Gesundheitswesen zur Erreichung gemeinsamer Ziele ist Teil unserer Mission bei TLGG. Wir wollen dem Gesundheitssystem helfen, von einem reaktiven zu einem proaktiven Krankenpflegesystem zu gelangen. Das DVG-Gesetz bietet Gelegenheit, die Transformation zu beschleunigen. Ein gutes Versorgungssystem stellt die Prävention in den Mittelpunkt. Aber es gibt viele Hürden zu überwinden, bevor geeignete digitale Anwendungen vollständig in das Gesundheitssystem eingebettet sind. Wichtige Fragen, die auf dem Weg zu klären sind: Wie durchläuft man den langwierigen Genehmigungsprozess und wie stellt man sicher, dass Ärzte die App auch verschreiben wollen?


In unseren Beiträgen für die Zeitung "Der niedergelassene Arzt" beschreiben wir regelmäßig die Rolle des Arztes in einer digitalen Welt. Heute sehen viele Ärzte Technologie und digitale Gesundheit nicht als Teil ihrer Arbeit. Darüber hinaus haben sie wenig Zeit, um sich über die verschiedenen digitalen Gesundheitslösungen zu informieren. Bis heute fehlt es den meisten Ärzten in Deutschland so am Wissen, um Apps zu verschreiben. Pharmaunternehmen, die über nötigen Ressourcen verfügen, um Ärzte zu besuchen und auszubilden, sollten sich mit Start-ups zusammentun, um die Ärzte auszubilden. Dafür aber muss der Use Case überzeugend sein: Anreize und Nutzen von allen Seiten müssen identifiziert werden. Ebenso sehen wir Synergien zwischen digitalen Gesundheits-Start-ups und der Pharmabranche, wenn es darum geht, Zugang zum Markt und Zulassungen durch die Regulierungsbehörden zu erhalten.


Die Pharmaindustrie verfügt über jahrzehntelange Erfahrung bei der Zulassung von Medikamenten und könnte ihre Fähigkeiten nutzen, um Apps auf den Markt zu bringen, die Therapien unterstützen und zu einem besseren Ergebnis für die Patienten führen würden. Start-ups könnten auch die Dienste anderer Start-ups für klinische Studien nutzen – z.b. Climedo, ein junges Unternehmen, das die klinische Forschung mit einer Cloud-basierten Lösung für die schnelle und kostengünstige Verwaltung intelligenter klinischer Validierungen beschleunigen will. Die Erforschung dieser Optionen und der Aufbau starker Anwendungsfälle sind wichtige Voraussetzungen für das DVG-Gesetz.


Wir sind derzeit mit Start-ups im Gespräch und evaluieren Geschäftsmodelle, die eine bessere Versorgung der Patienten zu niedrigeren Kosten versprechen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Prävention. Obwohl es Apps auf dem Markt gibt, ist es wichtig sicherzustellen, dass es Anreize gibt, diese Apps zu verschreiben. Auf regionaler Ebene stehen wir kurz vor der Zusammenarbeit mit ausgewählten Arztpraxen und werden einen neuen präventiven Ansatz testen: Der Arzt soll nicht darauf warten, dass der Patient krank wird, sondern er sollte von Vornherein darauf hinarbeiten, Erkrankungen zu verhindern. In einem solchen System würde der Arzt dazu angehalten, Apps und Technologien zu nutzen.

Akteure

Speaker:
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Thomas Hagemeijer, Consultant, TLGG Consulting