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Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Versorgungsforschung – Chancen, Erfolgsfaktoren und Herausforderungen

Vortrag

Datum
21. April 2020

Zeit
14:00 - 14:15 Uhr

Ort
_Stage A, Halle 6.2

Die fortschreitende Digitalisierung im Gesundheitswesen, gepaart mit neuen Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) sowie technologische Fortschritte in der Datenverarbeitung haben zu ersten spektakulären Erfolgen in der Versorgungsforschung geführt. Gleichzeitig müssen mehrere Herausforderungen adressiert werden, damit unsere Gesundheitssysteme nachhaltig und umfassend von den beeindruckenden Fortschritten im Bereich der KI profitieren – hierzu zählen die Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigen Routinedaten, Aspekte des Datenschutzes, die notwendige Kooperation aller Akteure im Gesundheitswesen, sowie dateninhärente- und technologische Voraussetzungen.


Neue Anwendungen auf Basis von künstlicher Intelligenz werden derzeit mit einer überwältigenden Geschwindigkeit in tausenden Anwendungsbereichen entwickelt – in (fast) allen Industrien. Auch im Gesundheitswesen wird das Potenzial von KI zunehmend erkannt und genutzt. Das Spektrum reicht hier von der präklinischen- und klinischen Entwicklung bis zur medizinischen Versorgungsforschung und der Gesundheitsversorgung in Klinik und Praxis. Zum Beispiel ist es möglich, unter Einsatz von prädiktiven analytischen Methoden, nicht diagnostizierte Patienten mit seltenen Erkrankungen („rare diseases“) zu identifizieren und möglicherweise lebensrettenden Therapien zuzuführen. Ebenso ist es möglich, prognostische Faktoren für die Krankheitsprogression zu ermitteln und somit die die Gesundheitsversorgung zu optimieren, bzw. die Kosten in Gesundheitssystemen zu senken.


Die gerade erst beginnende Revolution der medizinischen Forschung und Gesundheitsversorgung wird wesentlich getrieben durch die zunehmende Verfügbarkeit von Gesundheitsdaten, aus z.B. elektronischen Patientenakten (EMR), Verschreibungsdatenbanken, Patienten- und Therapieregistern – sowie neuen Datenquellen (Gesundheits-Apps, medizintechnische Geräte, „Wearables“). Gleichzeitig werden analytische Methoden im Bereich der künstlichen Intelligenz fortlaufend verbessert und erweitert. Neue Technologien zur Datenspeicherung und Verarbeitung sind hierbei ein wichtiger Katalysator – ebenso wie revolutionäre Fortschritte in der bio-medizinischen Forschung und „Human Data Science“.


Um das Potenzial von Künstlicher Intelligenz und „Human Data Science“ optimal auszuschöpfen, müssen eine Reihe von Herausforderungen gemeistert werden. Die Qualität und Validität von Routinedaten aus der Gesundheitsversorgung muss durch die Einführung von standardisierten Datenmodellen gesichert und weiter erhöht werden. Die Privatsphäre von Patienten und Konsumenten der Gesundheitssysteme muss geschützt werden durch intelligente Regulierungen – die die Ziele Datenschutz und Innovation miteinander vereinen. Eine engere Kooperation zwischen Ärzten/Krankenhäusern, der Pharmazeutischen- / Medizintechnischen Industrie, Krankenkassen und (Patienten-)Verbänden ist notwendig, um das Potential von KI schnell zu realisieren – zum Nutzen aller Akteure im Gesundheitswesen.


Die Teilnehmer des Vortrages werden eingeladen zu einer engagierten Diskussion über die Chancen und Herausforderungen beim Einsatz künstlicher Intelligenz im Zeitalter der Digitalisierung des Gesundheitswesens.

Akteure

Speaker:
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Dr. Matthäus Rimpler, Leiter Geschäftsbereich Real World Solutions, IQVIA Commercial GmbH