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Kongress-Programm

FHIR für mehr Datenqualität

Vortrag

Datum
9. April 2019

Zeit
09:50 - 10:10 Uhr

Ort
_Stage B, Halle 2.2

Mobile Applikationen werden häufig als die Quelle potentiell minderwertiger Daten und damit einem Risiko für die Patientensicherheit gesehen. Doch gerade dort etabliert sich derzeit ein neuer Standard, der hochstrukturierte, validierte und maschinenlesbare Daten liefert, indem er über ein umfangreiches und modernes Terminologie- und Conformance-Framework verfügt. FHIR wird als jüngstes Kind der HL7-Produktfamilie und gerade-eben-normative Spezifikation von vielen noch immer als Nischenprodukt für Smartphone-Spielereien gesehen.

Doch FHIR kann deutlich mehr. Erstmals finden Entwickler in einem einzigen Standard Werkzeuge für die Implementierung von sicherer, webbasierter Kommunikation, Erstellung maschinenlesbarer Spezifikationen, performante, intergrierte Validierung von Instanzen und eine konsistente API zur Einbindung von Terminologien.

Methoden & Werkzeuge:

  • FHIR Conformance-Framework für Profilierung und Validierung
  • FHIR Terminologie-Framework für die Anbindung von Terminologie-Systemen
  • FHIRPath Expressions
  • Provenance-Resource
  • Metadata-Tags

Zahlreiche Organisationen nutzen inzwischen FHIR für die einheitliche und standardisierte Bereitstellung von Terminologien, so ist zum Beispiel LOINC seit September 2018 über ein FHIR Interface zugänglich. Verschiedene Terminologie-Server mit FHIR-Interface sind am Markt erhältlich (z.B. ""Ontoserver""), und ermöglichen es, die Komplexität der Handhabung disparater Terminologien von den Anwendungssystemen in Experten-Systeme zu verlagern ohne dass Implementierer dafür eine neue Technologie verwenden müssen. Dies erhöht die Kompetenz der Anwendungssysteme beim Umgang mit Terminologien erheblich.

Verschiedene Tools zur Validierung von Instanzen helfen nicht nur Entwicklern bei der Überprüfung der Korrektheit ihrer Implementierungen gegen die zugrunde liegenden Leitfäden bzw. (IHE-)Profile, sondern ermöglichen auch im laufenden Betrieb eine permanente Überwachung der Datenqualität. Gegen Profile validierte Instanzen sind der Grundstock für einrichtungsübergreifend vergleichbare und interoperable, strukturierte Daten, wie sie zum Beispiel von KI-Systemen benötigt werden.

Bei der Zusammenführung von Daten aus verschiedenen Quellen, hilft die Provenance-Resource, in FHIR-basierten Systemen den Ursprung der Informationen nachzuverfolgen und ggf. digital zu signieren. Mit Hilfe von Tags können Ressourcen gekennzeichnet werden, um den Anwender zum Beispiel auf unzuverlässige Quellen hinzuweisen.

Die Gründe, weshalb der FHIR-Standard in rasanter Geschwindigkeit in allen Bereichen des Gesundheitswesens Fuß fassen konnte, liegt nicht nur in der Einfachheit der Implementierung, sondern auch in der Breite der Funktionalität. FHIR gilt inzwischen nicht nur als der de facto Industriestandard für mobile Applikationen im Gesundheitswesen, sondern wird z.B. von Marktführer Google auch als Basis für das maschinelle Lernen verwendet. Gerade in diesem Bereich, ist die Normalisierung und Validierung von Daten sowie eine einheitliche Codierung von höchster Wichtigkeit und FHIR somit alternativlos.

Moderation / Referenten

Referentin:
Foto_Heckmann_Simone_2019

Simone Heckmann, Leiterin des Technischen Komitees für FHIR, HL7 Deutschland e. V., Gefyra GmbH