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Bewertung von Gesundheits-Apps

Vortrag

Datum
10. April 2019

Zeit
10:30 - 10:50 Uhr

Ort
_Stage A, Halle 1.2

Etwa ein Drittel der deutschen Bevölkerung hat bereits eine App mit Bezug zu Gesundheitsthemen auf dem Smartphone oder Tablet installiert. Das Angebot von weit über 100.000 Gesundheits-Apps erstreckt sich über verschiedene Anwendungsbereiche von der Bereitstellung von Informationen und Schulungen zu Gesundheitsthemen über die Verwaltung von Gesundheitsdaten oder die Einschätzung von Gesundheitszuständen bis hin zu diagnostischen und therapeutischen Ansprüchen.

Mit dem Meta-Kriterienkatalog "AppKri" wurde auf Basis vorliegender Arbeiten eine offene Sammlung von möglichen Qualitätsanforderungen an Gesundheits-Apps erstellt. Hierzu wurden ca. 30 bestehende Kriterienkataloge, Studien, Leitlinien, etc. ausgewertet. Die Ergebnisse dieser Arbeiten wurden in Form von ca. 300 Kriterien über ein semantisches Netz systematisiert. Zusätzlich wurden alle Kriterien über definierte Merkmale beschrieben, die z. B. eine Aussage darüber erlauben, ob ein Kriterium durch einfaches Ausprobieren einer App bewertet werden kann, oder ob hierzu zusätzliche fachliche Expertise erforderlich ist.

Eine auf dieser Ontologie von Themen, Kriterien und Merkmalen aufsetzende Webanwendung stellt den beschriebenen, semantisch vernetzten Katalog von Kriterien über eine intuitiv nutzbare grafische Oberfläche zur Auswahl und unterstützt Multiplikatoren wie Organe der Selbstverwaltung, einzelne Kostenträger, medizinische Fachgesellschaften, medizinische Verbände und Einrichtungen des Verbraucherschutzes bei der App-Bewertung: Aus einem sehr breiten Spektrum an Themen und Perspektiven, das von Datenschutz und Datensicherheit über Interoperabilität und Funktionalitäten bis hin zu Verbraucherschutz, Gesundheitskompetenz und Nutzerfreundlichkeit reicht, können nach dem Baukastenprinzip Kriterien ausgewählt und zu einem Prüfkatalog zusammengestellt werden, der spezifisch auf die jeweils in den Blick genommene Indikation, Zielgruppe, Einsatzsituation etc. zugeschnitten ist.

Die so erstellten Kataloge können im PDF- oder FHIR-Format exportiert und weiterverarbeitet werden. Es hat sich gezeigt, dass bereits die aktuell verfügbaren 300 Kriterien (zzgl. Checklisten für regulative Vorgaben mit ca. 150 weiteren Kriterien) zusätzliche Einstiegsangebote erforderlich machen, um überhaupt handhabbar zu sein. Dies betrifft sowohl die Pflege des semantischen Netzes als insbesondere auch die Nutzer.

Diese stehen vor der Herausforderung, aus einem nur grob strukturierten Fundus eine geeignete Untermenge zu bilden, ohne dabei den kompletten Auswahlraum vollständig zu überschauen. Hier sollen zukünftig verstärkt semantische Technologien und Heuristiken zum Einsatz kommen, um Empfehlungen zu geben und Redundanzen (d. h. Auswahl sich inhaltlich überschneidender Kriterien) im Sinne des Nutzers zu steuern.

Akteure

Referentin:
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Sophia Matenaar, Referentin, Bundesministerium für Gesundheit

Referent:
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Dr. Jörg Caumanns, Geschäftsbereichsleiter „eHealth“, Fraunhofer FOKUS