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HerzConnect – Telemedizinische Versorgung von Herzinsuffizienz-Patienten

Vortrag

Datum
23. April 2020

Zeit
12:46 - 13:02 Uhr

Ort
_Stage A, Halle 6.2

„HerzConnect“ steht für die telemedizinische Versorgung von Patienten, die an chronischer Herzinsuffizienz leiden. Im neuen Versorgungsprogramm erfolgen u.a. ein systematisches Patienten-Coaching, regelmäßige und bedarfsbezogene Betreuungstelefonate, ein kontinuierliches Telemonitoring (Datenerfassung und -analyse verschiedener HI-bezogener medizinischer Messparameter) sowie die Dokumentation aller Behandlungsinformationen und Daten in einer telemedizinischen Patientenakte.

In Deutschland sind 2-3 Mio. Patienten an Herzinsuffizienz erkrankt. Im Jahr 2016 führte dies bei über 400.000 Patienten zu einem Krankenhausaufenthalt, bei ca. 100.000 Patienten sogar mehrfach. Laut einer PWC-Studie aus 2017 sind bis zu 369 Mio. € durch den Einsatz von Telemonitoring bei Patienten mit Herzinsuffizienz einzusparen.

Oberstes Ziel der telemedizinischen Versorgung im HerzConnect-Programm ist es, für die betroffenen Patienten eine gesundheitliche Stabilisierung bei ihrer chronischen Herzerkrankung zu erreichen, was letztlich in weniger Krankenhausaufenthalten, einer gesteigerten Lebensqualität und einer Senkung des Sterblichkeitsrisiko resultieren soll. Die Zielerreichung wird über die Nutzung der im Herz- und Diabeteszentrum NRW vorhandenen spezifischen ärztlichen und pflegerischen Expertise in der Behandlung von Herz-/Kreislauferkrankungen und durch die Zusammenarbeit mit den Hausärzten und niedergelassenen Kardiologen gewährleistet. Diese beson-dere ambulante Versorgung wird derzeit über Verträge mit gesetzlichen Krankenkassen nach § 140a SGB V finanziert.

Neben der vom HDZ NRW zu erbringenden telemedizinischen Dienstleistung werden für die Realisierung des HerzConnect-Programmes eine telemedizinische Infrastruktur benötigt, die eine zentrumsseitige elektronischen Patientenakte mit Schnittstellen zu Informationssystemen Dritter (u.a. Hausärzte-PVS, Krankenkassensysteme, Gesundheitsakten von Patienten) und patientenseitige Mess- und Kommunikationsgeräte vorsieht. Die Aufgabe der Bereitstellung einer zukunftsfähigen, technischen Gesamtlösung sowie die Logistikaufgaben (patientenseiti-ge Technikausrüstung) hat mit Siemens Healthineers ein überaus kompetenter Partner übernommen.

Mit „HerzConnect“ steht ein Paket telemedizinischer Dienstleistungen bereit, welches speziell auf die medizini-schen Bedürfnisse von Patienten mit Herzinsuffizienz abgestimmt wurde. Im Telemonitoring werden Messwerte wie EKG, Gewicht und Blutdruck in einer Akte gespeichert und durch medizinisches Fachpersonal überwacht. Zusätzlich werden regelmäßig Selbsteinschätzungen des Patienten hinsichtlich Lebensqualität und Selbstpflege-kompetenz über digitale Fragebögen durchgeführt. Zur Kommunikation und zum Datenaustauschen zwischen Patient und Zentrum steht eine spezielle eHealth-App zur Verfügung, welche vom Patienten auf einem gesicher-ten HerzConnect-Smartphone genutzt wird und ohne Inanspruchnahme von Clouddiensten mit der Akte kom-muniziert.


Mit der DAK Gesundheit konnte ein erster Partner auf Seiten der Kostenträger gewonnen werden, so dass die telemedizinische Versorgung starten kann.

Akteure

Speaker:
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Thorsten Krian, IT-Leiter, Herz- und Diabeteszentrum NRW

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Dr. Martin Schultz, Leiter des Instituts für angewandte Telemedizin (IFAT), Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen