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Messe Berlin
DMEA - Connecting Digital Health
21-23 APR 2026
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„Wir wollen nicht an, sondern mit der Digitalisierung sparen“

In ihrer Keynote auf der DMEA unterstrich Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, dass der Nutzen von digitalen Lösungen bei Patient:innen und Leistungserbringer:innen ankommen müsse.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken steht am Rednerpult.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken auf der DMEA. Foto: Messe Berlin

An aktuellen Anlässen für ihre Keynote auf der DMEA in Berlin fehlte es Nina Warken nicht: Die Bundesministerin für Gesundheit sieht im demografischen Wandel, dem Fachkräftemangel sowie der Unterfinanzierung der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) zahlreiche Gründe für Reformen des deutschen Gesundheitswesens. Dabei spiele die Digitalisierung eine wichtige Rolle, um Prozesse effizienter zu gestalten und Kosten zu reduzieren. „Wir wollen nicht an, sondern mit der Digitalisierung sparen“, betonte die Ministerin.

ePa als Erfolgsgeschichte

Dass inzwischen mehr als 70 Millionen gesetzlich Versicherte über eine elektronische Patientenakte (ePA) verfügen, wertete Nina Warken als Erfolg. Die ePA erleichtere Leistungserbringer:innen die Arbeit, indem sie ihnen Zugriff auf Medikationslisten, Blutwerte oder Befunde gebe. Nun gelte es, den Anmeldeprozess für Versicherte zu vereinfachen und gleichzeitig die hohen Sicherheitsstandards beizubehalten. Die für Ende des Jahres geplante Volltextsuche in der ePA soll schnelleren Zugang zu den gespeicherten Informationen bieten.

In ihrer Weiterentwicklung soll die ePA zur „Alltags-App“ werden als DIE zentrale Anlaufstelle für die ambulante Erstversorgung, so Warken. Von der Ersteinschätzung bis zur Terminvereinbarung wird sie künftig Nutzende durch das Gesundheitssystem begleiten. Den Krankenkassen kann sie beim personalisierten Angebot von Präventionsleistungen helfen wie Impfungen oder Vorsorgeuntersuchungen.

Neue Perspektiven für die Forschung

Die erhobenen Daten können aber auch Forschung und Wissenschaft bei der Entwicklung neuer Behandlungsmethoden und Medikamente unterstützen. Das Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ Gesundheit) sorge für eine anonymisierte Auswertung und sei ein Baustein, um den Europäischen Gesundheitsdatenraum (EHDS) fristgerecht umzusetzen. Ein weiterer sei der aktuelle Entwurf für das Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG). Laut Nina Warken wird es den Nutzen der Digitalisierung für Patient:innen, Behandelnde und Forschende gleichermaßen erlebbarer machen und einen verlässlichen Rahmen für KI-Anwendungen geben. KI bezeichnete sie als wichtigen Wachstumsmarkt, in dem sie Deutschland gut aufgestellt sieht. Bei der Telematik-Infrastruktur möchte sie Komplexität und Medienbrüche reduzieren und dafür die gematik stärken.

Im Anschluss an ihre Rede verschaffte sich die Bundesgesundheitsministerin bei einem Rundgang einen Überblick über die Aussteller und ihre Innovationen auf der DMEA.

ePA, Telematikinfrastruktur
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