Veranstalter:
bvitg
Messe Berlin
Datum der Veranstaltung:
21-23 APR 2026
DMEA - Connecting Digital Health
21-23 APR 2026
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„KI verändert die Arztpraxen zum Besseren“

Der Eltviller Praxis-IT-Anbieter medatixx ermöglicht reibungslose Abläufe in Arztpraxen und MVZs – auch mithilfe von KI. Geschäftsführer Jens Naumann über ambulante IT-Lösungen „made in Germany“.

Portrait von Jens Naumann

medatixx-Geschäftsführer Jens Naumann im Interview.

Praxisverwaltungssysteme („PVS“) sind das Rückgrat der ambulanten Medizin. Was muss Praxis-IT leisten, damit Anwender zufrieden sind?

Erstens: Es muss eine leistungsfähige Infrastruktur geben, auf der die Praxissoftware betrieben wird. Unsere Kunden können frei entscheiden, ob sie ihre Praxissoftware vor Ort installieren oder in der Cloud betreiben. Diese Flexibilität bieten viele andere nicht. Zweitens: Die Praxissoftware selbst muss die regulatorischen Vorgaben umfassend umsetzen. Da dürfen keine Kompromisse gemacht werden – ob bei eRezept, eAU, Anbindung der elektronischen Patientenakte oder Abrechnung. Bei medatixx haben wir mit der optimalen Umsetzung regulatorischer Anforderungen jahrzehntelange Erfahrung, das zahlt sich aus. Und drittens: Es muss Spielraum für innovative Lösungen geben, die die eigene Praxissoftware nach individuellen Wünschen ergänzen. Hier punkten wir mit unserem neuen medatixx-HealthHub, der auch bei der DMEA 2026 ein Schwerpunkt bei uns wird.

Was sind das für innovative Ergänzungen? Und wie funktioniert der medatixx-HealthHub?

Wir reden über ein breites Spektrum an Tools – von der Terminplanung über die Unterstützung der Anamnese bis hin zu Symptom-Checker und Videosprechstunde. Wir haben viele dieser Anwendungen selbst im Basisportfolio. Gleichzeitig wollen wir auch anderen die Möglichkeit geben, entsprechende Lösungen über den medatixx-HealthHub anzubieten. So verschaffen wir unseren Kunden Zugang zu innovativen Tools – etwas, das viele Arztpraxen mittlerweile zurecht erwarten. Gleichzeitig besteht dadurch die Möglichkeit, durch entsprechende Vorgaben dafür zu sorgen, dass die innovativen Tools gut in unsere Praxisprogramme integriert sind. Auch bei der Datensicherheit und bei Prozessen wie der Nutzerauthentifizierung können wir auf diesem Weg Standards vorgeben. Das ist attraktiv: Wir erleben in der Branche großes Interesse. Mittlerweile haben wir 18 Partner, und es werden immer mehr. Wichtig: Der medatixx-HealthHub ist diskriminierungsfrei. Wir sagen nicht, dass das eine besser ist als das andere. Das können und sollen unsere Kunden beurteilen.

Eine komplexere Welt der Praxissoftware stellt zunehmende Anforderungen an den Service. Wie stellt sich medatixx da auf?

Wir zeigen bei der DMEA 2026 unter anderem den medatixx-Copilot, eine KI-gestützte Assistenz, die seit Sommer 2025 schon weit über 50.000 Anfragen bearbeitet hat. Der medatixx-Copilot greift auf unsere Handbücher und FAQ-Dokumente zurück und beantwortet alltägliche Nutzerfragen zu diversen PVS-Funktionen von eRezept bis Krankenblatt. Dahinter stehen keine normalen Large Language Models, sondern produktspezifische LLMs, die auch mit unseren stark grafisch gestalteten Handbüchern klarkommen. Ein Hauptvorteil ist, dass Fragen rund um die Uhr und auch am Wochenende beantwortet werden können. Natürlich haben wir weiterhin persönliche Ansprechpartner. Weil viele einfache Fragen über den medatixx-Copiloten geklärt werden können, steht im persönlichen Support bei komplexeren Fragen dann mehr Zeit zur Verfügung.

Hält Künstliche Intelligenz jenseits des Supports auch Einzug in die Versorgung?

Absolut. KI verändert die Arztpraxen zum Besseren, und auch deswegen lohnt ein Besuch bei uns am Stand. Aktuell arbeiten wir daran, die eigenen Patientendaten der Praxis für Chat-Funktionen zu erschließen. Soll heißen: Arzt oder Ärztin können perspektivisch ihre eigene Datenbank direkt mit KI-Tools befragen, zum Beispiel wenn sie ähnliche Patienten suchen. Auch inhaltliche oder statistische Auswertungen der eigenen Praxisdaten sollen auf diese Weise möglich werden. Eine KI-Lösung, die wir in Berlin bereits nutzungsbereit dabeihaben werden, ist x.scribe. Hier kooperieren wir mit dem Unternehmen Corti bei KI-gestützter Echtzeitdokumentation. x.scribe gibt der Praxis die Möglichkeit, Arzt-Patienten-Gespräche digital in Echtzeit zu transkribieren. Basierend darauf werden dann Vorschläge für die Dokumentation erstellt, die nach Prüfung einfach per Mausklick in die Praxissoftware übernommen werden können. Für die nächste Ausbaustufe von x.scribe ist geplant, dass auf Basis der Dokumentation bestimmte Aktionen in der Praxissoftware vorbereitet werden – ein eRezept oder eine eAU zum Beispiel. Übrigens: x.scribe und den medatixx-HealthHub machen wir zugänglich sowohl für Praxen, die unsere Praxisprogramme medatixx oder x.isynet nutzen, als auch für Medizinische Versorgungszentren (MVZ), die mit unserer Softwarelösung x.vianova arbeiten. Es lohnt sich also auch für MVZ- bzw. Krankenhauskunden, zu unserem DMEA-Stand zu kommen.

medatixx ist ein mittelständisches Unternehmen, das ganz auf den deutschen Markt fokussiert. Hat das Zukunft?

Mehr denn je. Wer die komplexen regulatorischen Vorgaben in Deutschland optimal umsetzen will, muss den Markt kennen. Das tun wir besser als viele andere. Unabhängig davon: Wie wichtig digitale Souveränität ist, wird uns allen gerade deutlich vor Augen geführt. Wir sind dem schon immer verpflichtet. Als deutscher Mittelständler schaffen wir nicht nur Arbeitsplätze in Deutschland, wir nutzen auch die hiesige Infrastruktur und hosten Cloud-Anwendungen im Land. Und: Unser Unternehmen befindet sich in Familienbesitz und nicht in Händen internationaler Investoren. Kurz: Wir leben „made in Germany“ – jetzt und in Zukunft.

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